Der Tod ist so vielfältig wie das Leben

Veröffentlicht am 18.02.2015 in Veranstaltungen

SPD-Ortsverein und –Gemeinderatsfraktion haben dieser Tage eingeladen zu einer Diskussionsrunde zum Thema „In Würde sterben – Sterbehilfe in der Diskussion“. Dass die Veranstalter mit diesem Thema den Nerv der Zeit getroffen haben, zeigte der große Zulauf an Besuchern. Schon bald war der Raum vollbesetzt.

Die Göppinger Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens führt in das Thema ein und erläuterte die momentane rechtliche Lage in Deutschland. Suizid und die Beihilfe dazu sind in Deutschland straffrei, die Tötung auf Verlangen hingegen ist nicht erlaubt. Anders dagegen in Belgien, Luxemburg und der Niederlande. Während Ärzten Sterbebegleitung, Leidenslinderung durch Schmerztherapie und Behandlungsbegrenzung erlaubt ist, stellt die Beihilfe zur Selbsttötung ist aber eine Grauzone in Deutschland dar. Es ist uneinheitlich geregelt innerhalb der Landesärztekammern, zum Teil müssen die Ärzte mit berufsrechtlichen Sanktionen rechnen.

Dieser Grauzone will sich der Deutsche Bundestag annehmen und überlegt, mit einer gesetzlichen Regelung einen eindeutigen Rahmen zu schaffen. Momentan gibt es 4 Gruppenanträge, die zur Beratung vorliegen. Sie reichen vom kompletten Verbot jeglicher Art von Hilfe zum Sterben bis zur „gänzlichen Freigabe“.

Eines hat die Diskussion bisher schon bewirkt: es gab wichtige Impulse zur Verbesserung der Palliativmedizin und der Hospizeinrichtungen. Das ergab sich auch schnell bei der anschließenden Podiumsdiskussion. Susanne Kränzle, die Hospizleiterin von Esslingen, warb sehr für ein friedliches und würdevolles Sterben, Hospiz-begleitet, und sprach sich für ein generelles Verbot jeglicher Werbung für Sterbehilfe und aller Arten von Beihilfe zum Suizid aus. Maria Sommer vom Pflegestützpunkt Denkendorf erklärte die vielfältige Art der Unterstützung und Beratung, die sie mit ihren Ehrenamtlichen vor Ort bieten kann. Dr. Schmitt, der 32 Jahre lang als praktizierender Hausarzt in Denkendorf tätig war, konnte interessante Zahlen liefern: nur 15% der Krankenhäuser in Deutschland haben bisher eine Palliativstation. Einen Lehrstuhl für Palliativmedizin gibt es überhaupt erst seit 1999 und 2012 betrug der Anteil der Palliativkosten an den gesamten Krankenversicherungskosten gerade mal 0,2%.

Die anschließende Diskussionsrunde mit dem Publikum zeigte die ganze Bandbreite dieses schwierigen Themas. Einig war man sich sehr schnell, dass gewerbsmäßige Sterbehilfe und auch die Werbung dafür in Deutschland untersagt bleiben soll. Ebenso war der Konsens groß, die Palliativmedizin zu stärken, die Hospize finanziell zu stärken, die Aufklärung in Bezug auf Patientenverfügungen weiter auszubauen.

Und ansonsten zeigte sich auch: so vielfältig die Möglichkeiten des Lebens, so vielfältig sind die Wünsche in Bezug auf das eigene Sterben!

 

Termine

Alle Termine öffnen.

12.11.2019, 18:30 Uhr - 12.11.2019 Mitgliederhauptversammlung

16.11.2019, 00:00 Uhr Jahresempfang
SPD Kreisverband AG 60 plus Esslingen Jahresabschluss Unsere SPD hat un …

23.11.2019, 00:00 Uhr Kreisparteitag

Alle Termine

Seitenzugriffe

Besucher:309693
Heute:6
Online:2

Aktuelles Wetter in Denkendorf

Newsticker

14.10.2019 16:49 WER SOLL’S WERDEN? ENTSCHEIDE MIT!
Alle SPD-Mitglieder können vom 14. bis 25. Oktober ihre Favoriten für die neue Spitze online oder per Brief bestimmen. Aber wie läuft die Mitgliederbefragung ab? An wen kann ich mich mit Fragen wenden? Hier gibt es Antworten. JETZT INFORMIEREN 

11.10.2019 12:02 Höchste Zeit für ein Demokratiefördergesetz
Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Initiative der SPD-Bundesminister Giffey und Scholz für eine Aufstockung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ um acht Millionen Euro für das Jahr 2020. Wir kämpfen für eine nachhaltige Förderung von Engagement, Mut, Zivilcourage und Konfliktfähigkeit. Deshalb fordern wir darüber hinaus ein Demokratiefördergesetz. „Das demokratische Miteinander in den Herzen und Köpfen aller ist das

11.10.2019 12:01 Malu Dreyer gratuliert Abiy Ahmed zum Friedensnobelpreis
Zur Verleihung des Friedensnobelpreises an Abiy Ahmed erklärt die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer: Ich gratuliere dem äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed für die Auszeichnung zum diesjährigen Friedensnobelpreis. Abiy Ahmed hat in kürzester Zeit den Weg zu Demokratie in seinem Land und Frieden in der Region geebnet. Seine mutige Annäherung gegenüber Eritrea befriedet einen der am längsten

10.10.2019 21:45 Alle reden über Klimaschutz: Wir legen los!
Wir handeln jetzt, damit Deutschland die Klimaziele erreicht. Für den Klimaschutz und für unsere Kinder, Enkel und Urenkel. Lange haben wir für ein Klimaschutzgesetz gekämpft. Dafür, dass Klimaschutz rechtlich verbindlich wird. Dafür, dass jeder Bereich genaue CO2-Einsparziele erfüllen muss – egal, ob Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft oder Abfallwirtschaft. Und dafür, dass es ein Sicherheitsnetz gibt, wenn

10.10.2019 21:43 Der Angriff auf die Synagoge in Halle ist politisch gesehen keine Einzeltat
Die SPD-Fraktion verurteilt den rechtsterroristischen Anschlag in Halle auf Schärfste. Rolf Mützenich warnt davor, die Tat als Einzelfall zu sehen. Die Verharmlosung von rechtsradikalem Gedankengut dürfe nicht länger hingenommen werden. „Die SPD-Bundestagsfraktion verurteilt den rechtsterroristischen Anschlag in Halle aufs Schärfste. Der hinterhältige Angriff auf die Synagoge und der kaltblütige Mord an Menschen ist politisch gesehen keine

Ein Service von websozis.info